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4. Internationaler Waldkunstpfad: CINEMADONNA

Vorspann: Ein leerer Bildstock im tschechischen Wald inspirierte mich zum Projekt CINEMADONNA.
Madonnenbilder, die ich an verschiedenen Orten gesammelt hatte, habe ich bearbeitet, in das
Foto des Schreins eingesetzt und die Bilderserien als Film animiert. Die langsam deutlicher
und wieder schwächer werdenden Madonnenbilder wirken im Film wie flüchtige Projektionen auf
den Bildstock.
Waldkunstpfad: Für die Installation CINEMADONNA wurden 10 bearbeitete Madonnenbilder (Madonna della
Salute in Triest, Lady of Carafa in Valletta auf Malta und Madre de Dios y del Rosario in Tarifa)
auf durchscheinendem wetterfesten Gewebe gedruckt und in ca. 6 m Höhe zwischen hohen Buchen verspannt.
Sie sind nun losgelöst von Bildstock und kirchlichem Umfeld und bekommen dadurch Porträtcharakter.
Die Einzelbilder folgen dem Prinzip des Films: die Madonna scheint sich zu bewegen bzw. sie ist
deutlicher oder weniger deutlich zu sehen.Madonnenbilder können Inspirationsquellen in einem
spirituell offenen Raum sein, jenseits religiöser Zuordnung und Festlegung. Sie verweisen auf
essentielle Bedürfnisse wie Schutz und Geborgenheit. Im Gegensatz dazu steht die Textzeile
"wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" auf drei Bildfahnen, mit der ich auf gesellschaftliche
Wertesysteme schaue - im Spannungsfeld zwischen materiellen und immateriellen Bedürfnissen
und Anforderungen.
Abspann: Die Bildfahnen werden mit der Zeit verblassen und wie der leere Bildstock nur noch
die Erinnerung an die Madonnenbilder in sich tragen.
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